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Jammern wegen der hohen Spritpreise

»Sprit war noch nie so teuer!« – so hört man derzeit überall. Wirklich? Das Durchschnitts-Entgelt der Sozialversicherung betrug vor 70 Jahren – 1952 – 3.852 DM im Jahr. Bei einer Wochen-Arbeitszeit von 47,6 Stunden konnte man sich also mit einem Stundenlohn ca. 2,8Liter Benzin (à 0,56 DM) kaufen. Die gleiche Rechnung 2021 (41.541 € p.a./ 38,2 Std./Woche) ergibt circa elf Liter. Leute, worüber jammern wir eigentlich?

Dass unser bisheriges Luxus-Leben schwieriger wird? Mit gutem Willen könnten wir das Tank-Preis-Problem schon lange im Griff haben: Greenpeace hat Ende der 90er Jahre einen Twingo zum 3-Liter-Auto umgebaut. Er fuhr hinterher sogar schneller als das Original! VW hat in einer Klein-Serie bewiesen, dass sogar das 1-Liter-Auto geht – allerdings zu Preisen über 100.000 Euro.

Warum schaffen es unsere angeblich so tollen deutschen Ingenieure nicht, z. B. für die allseits so bedauerten Pendler kleine, preiswerte und sparsame Fahrzeuge im Stil eines modernen Kabinenrollers zu bauen? Dann bräuchten wir uns wegen ungenügender Pendler-Pauschale keine Gedanken mehr zu machen. Mit Autos wie dem neuen Zweier von BMW (ab 35.000 € - ab 4,8l/100 km) kann man den Kunden halt viel mehr unnötiges Geld aus den Taschen ziehen. Und ums Klima können sich ja andere kümmern.

Rudolf Lang, Aschaffenburg