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Die 4 ‰-Initiative hat Deutschland unterschrieben. Wir sie auch umgesetzt?

Auf der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris wurde ein globales Programm zum Humusaufbau verabschiedet. Deutschland gehört zu den Erstunterzeichnern der internationalen Deklaration. Die „4 ‰-Initiative“ sieht vor, dass auf allen landwirtschaftlich genutzten Flächen der Humusgehalt jährlich um vier Promille erhöht werden soll. Ein derartiges Programm würde über einen Zeitraum von 20 Jahren die weltweiten CO2-Emissionen fast ausgleichen. Eine Anhebung der Kohlenstoffvorräte in Böden durch Bindung von CO2 in dauerhaftem Humus stellt eine sehr wichtige Klimaschutzmaßnahme dar, zumindest für eine Übergangszeit.

Die organische Bodensubstanz ist der größte Kohlenstoffspeicher der Erde. Weltweit speichern Böden 1.460 Mrd. Tonnen Kohlenstoff, doppelt so viel wie die Kohlenstoffmenge der Atmosphäre. Der gezielte Humusaufbau würde der Atmosphäre Kohlenstoff für einige Jahre entziehen und im Boden speichern.

Mögliche Maßnahmen zur Anhebung des Humusgehalts sind verbesserte Fruchtfolgen, ökologischer Landbau, das Belassen von Ernteresten auf den Feldern, Dauerkulturen, Agroforstwirtschaft ... Auch ist die optimierte Bewirtschaftung von Grünland und die Renaturierung von Mooren förderlich. Nebeneffekte wären Vorteile für die Bodenfruchtbarkeit und Wasserspeicherkapazität. So würde das Erosionsrisiko reduziert und eine stabilere Bodenstruktur sowie eine dauerhafte Produktivität der Flächen garantiert.

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Rettet den Boden - ein Buch von Florian Schwinn

Der Boden bildet unsere Lebensgrundlage und wird sorglos verdichtet und ausgenutzt oder von der modernen Landwirtschaftsindustrie als bloßes Substrat verwendet. In der industriellen Fleischfabrikation fallen viel zu viele Exkremente an, die im Übermaß als Dünger eingebracht werden. Vergessen wird oft die Gesundheit der Böden und der Menschen, der täglich seine Früchte isst. Florian Schwinn plädiert für einen lebendigen Boden, der Grundlage für gesunde Nahrungsmittel ist.

Buchvorstellung

Warum wir um das Leben unter unseren Füßen kämpfen müssen

Die Rettung fruchtbarer Böden

Greenpeace Kursbuch Agrarwende

Der lebendige, fruchtbare Boden ist unsere Lebensgrundlage. Wir tun gut daran, ihn zu erhalten. Humus ist in den Boden eingelagerter Kohlenstoff - eine organische Substanz, die z.B. als Blatt auf den Boden gefallen ist oder abgestorbenes Gras oder auch tote Tiere. Zersetzer nutzen diese organischen Substanzen, um Humus aufzubauen. Dadurch wird CO2 in den Boden eingearbeitet.

Der Aufbau des Humusbodens ist ein zentraler Bestandteil der Pariser Klimakonferenz. Wenn wir jedes Jahr nur 4 Promille Humus auf allen landwirtschaftlich genutzten Flächen der Erde aufbauen, dann wäre das gesamte von dem Menschen emittierte CO2 im Boden. Das brächte uns eine ungeheure Entlastung für einige Jahre, in denen andere Maßnahmen greifen könnten. Würden wir ernsthaft eine "Humuswende" herbeiführen (im Moment wird Humus durch die Landwirtschaft zerstört), würden wir Zeit gewinnen, um gegen die Klimakatastrophe zu arbeiten.

Schwinn schlägt vor, möglichst nicht mehr zu pflügen, um das Bodenleben nicht zu stören. Der Boden müsste ständig bedeckt sein (z.B. Untersaat, Zwischenfrucht). Weitgehender Verzicht von Giften, Überdüngung durch Gülle, Kunstdünger wäre notwendig. Mulchen wäre sinnvoll. Auf viel zu wenig Land viel zu viele Tiere zu halten mit Futter, das aus Übersee bezogen wird, ist klimaschädigend und dürfte nicht auch noch von der EU subventioniert werden. Die Landwirtschaftssubvention muss neu geregelt werden. Subventioniert werden sollten die Landwirte, die Humus aufbauen, nur so viele Tiere halten, wie auch der eigene Boden ernähren kann. Es wäre einfach, aber die Lobbygruppen in Brüssel arbeiten dagegen.

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