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Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht!

Die Bilder aus dem Ahrtal oder dem Berchtesgadener Land, dem Oberallgäu oder Mittelfranken gehen manchem nicht aus dem Kopf. Wie Spielzeug wurden Ortschaften, Häuser, Autos weggeschwemmt. Tausende Menschen haben alles verloren, viele sogar ihr Leben. Neben Starkregen und Überschwemmungen brachte dieser Sommer auch brennende Wälder, Dürre und Hitze in anderen Teilen der Welt. Ernten wurden gefährdet, Grundwasserbestände bedroht. Wetterextreme sind Audruck der Klimaveränderung. Sie befeuert ein gigantisches Artensterben, denn viele Tier- und Pflanzenarten leben in und an Gewässern.
In den vergangenen Jahrzehnten wurden Flüsse und Bäche verbaut, Auen durch Deiche zurückgedrängt, Feuchtgebiete und Moore entwässert. Durch schwere Maschinen werden landwirtschaftliche Böden immer weiter verdichtet. Jeden Tag werden 56 ha (fast 80 Fußballfelder) versiegelt durch Straßen, Gewerbegebiete und Siedlungen. Dadurch ist der gesamte Wasserhaushalt aus dem Gleichewicht geraten.
Eigentlich sollte Regenwasser vom Boden aufgesaugt werden wie von einem Schwamm, gespeichert und erst allmählich an das Grundwasser, die Bäche und flüche abgegeben werden. Stattdessen fließen Starkniederschläge in rasendem Tempo von der Oberfläche ab. In begradigten Flüssen und Bächen kommen die Wassermassen für Überschwemmungen zusammen. Schnell fließt das Wasser ab und in der nächsten Hitzeperiode trocknet die Landschaft umso schneller aus.
Die Fehler der Vergangenheit müssen schnellstens korrigiert werden. Die natürliche Wasserspeicherung in der Fläche muss wieder hergestellt werden. Naturnahe Landschaften sind dazu der Schlüssel. Der BUND Naturschutz setzt sich für den Erhalt intakter natürlicher Feuchtgebiete und Gewässer und die Renaturierung gestörter Landschaften ein.
(Nach einem Text von Richard Mergner, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern)