Pressemitteilung
"A European Collection" im Christan Schad Museum
Die Khanenko-Sammlung wurde aufgrund der Bombardierung Kiews im Christian-Schad-Museum in Sicherheit gebracht.
Wenn ein Rubens-Original und andere nicht minder spektakuläre Kunstwerke in Aschaffenburg zu sehen sind, ist das schon Anlass für eine deutlich gewichtigere Ausstellungseröffnung. So geschehen am vergangenen Mittwoch in der voll besetzten Stadthalle anlässlich der Eröffnung der Khanenko-Sammlung, die aufgrund der Bombardierung Kiews nun im Christian-Schad-Museum in Sicherheit gebracht werden konnte.
Zu Gast waren unter anderem der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev sowie die Künstlerin Maria Kulikovska. Von ihr stammt ein Exponat, die Skulptur mit dem Titel „Shot Figure“. In den Abdruck ihrer eigenen Figur goss sie ein teiltransparentes Material, das den Blick auf unzählige Gewehrpatronen im Körper der Frauenfigur freigibt. Die deutlich sichtbaren Einschusslöcher verdeutlichen zusätzlich das Leid, das dem ukrainischen Volk derzeit widerfährt.
Dieses Kunstwerk bildet in der Ausstellung das Gegenstück zu einem von Antonio Canova (1757-1822) gefertigten klassizistischen Friedensengel. Dieser war ein Geschenk Russlands an das Khanenko-Museum in Kiew. In Auftrag gegeben wurde er einst im Zusammenhang mit mehreren Friedensabkommen, die jedoch alle mit Gebietsabtretungen an Russland verbunden waren.
Selten erlebte man eine dichtere Stimmung in unserer Stadthalle, zu der neben den Reden auch das Streichquartett um den ukrainischen Violinisten Roman Soltys beitrug. Die Sammlung ist unter dem Namen "A European Collection" im Christan Schad Museum bis 10. Februar 2027 besichtigbar.
Öffungszeiten: dienstags von 10-20 Uhr. Mittwoch bis Sonntag von 10-18 Uhr. Montag geschlossen.
Bernhard Schmitt
